SIEHE! – Abschlussgottesdienst des Gemeindeunterrichts
Unter dem Motto SIEHE stand der diesjährige Abschlussgottesdienst des Gemeindeunterrichts. Wir sehen nicht nur einander, wir können auch Gott erfahren und sein Handeln sehen, wenn wir uns auf ihn einlassen.
Und um die Sinne für das Handeln Gottes im Leben zu schärfen, ist der Gemeindeunterricht eine wertvolle Lehreinheit. Was für die evangelische Landeskirche der Konfirmandenunterricht, ist für uns als evangelische Freikirche der Gemeindeunterricht. Denn wir taufen keine Kleinkinder, daher können wir sie auch nicht konfirmieren, weil Konfirmation ja eine Erneuerung bzw. Bestätigung der Taufe beinhaltet. Dennoch ist es wichtig, den Jugendlichen auf dem Weg des Erwachsenwerdens wichtige Inhalte des christlichen Glaubens zu vermitteln sowie das theologische Verständnis der Freikirche und dessen praktische Umsetzung. All das lernen sie in dem zweijährigen Kurs. Den Abschlussgottesdienst gestalteten sie daher auch mit, indem sie solche Inhalte erklärten und Bibeltexte in verteilten Rollen vortrugen. Besonders eingebunden waren dabei die fünf Jugendlichen, die dieses Mal verabschiedet wurden, und zwar Julian Hemmerich, Patric Mücher, Jill Schmidt, Jan-Simon Siebel und Theo Thomas. Aber auch diejenigen, die noch ein Jahr vor sich haben, stellten sich vor und hatten ihren Part im Gottesdienstablauf.
In seiner Predigt ging Pastor Bernd Busche dann auf das Thema SIEHE ein. Dieser Ausdruck kommt in der Bibel 1200 Mal vor. Er hatte sich davon, wie er lächelnd bemerkte, nur 1 % herausgesucht, zu denen er einige Erläuterungen geben wollte. Direkt schon zu Anfang der Bibel heißt es über die Schöpfung „Gott sah alles an, was er gemacht hatte und siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31). Auch im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, heißt es mehrfach „siehe“… „Siehe, ich mache alles neu (Offenbarung 21, 6) und „Siehe, ich komme bald“, (Offenbarung 22, 7). Gott ist ein Gott, der sich offenbart, den wir in der Schöpfung, in seinem Handeln erkennen können. Gottes Handeln kann globale Auswirkungen haben, z.B. die Geburt Jesu, aber auch ganz persönliche Erfahrungen beinhalten, z.B., wenn der Psalmdichter sagt, dass Gott ihm beisteht und sein Leben erhält. Pastor Busche hatte ferner für die entsprechenden Bibeltexte passende Cartoons herausgesucht, die sehr originell waren und seine Aussagen wunderbar ergänzten.
Am Ende des Gottesdienstes bekamen die fünf Teenager jeder einen persönlichen Vers und dazu eine Bibel mit einem eher ungewöhnlichen Einband. Der zeigte nämlich einen Hamburger. Gottes Wort soll uns Speise sein, und zwar eine Speise, die wir lieben, zu der wir eine Beziehung haben – auch wenn sich jetzt dem einen oder anderen der Magen verkrampfen mag ob der Frage des Nährwertes von Fast Food.
Bemerkenswert war auch, dass drei Väter der Jugendlichen, die heute ihren Abschluss hatten, im Chor „Voices“ aktiv sind; einer davon ist sogar der Dirigent. Er hatte zwei sehr eindrucksvolle Lieder ausgesucht, die zu dem Thema des Gottesdienstes passten. „He never failed me yet“ (Er (Gott) hat mich noch nie im Stich gelassen) beschreibt, dass Gott uns in seiner Liebe zur Seite steht und uns Kraft schenkt, unser Leben zu meistern, selbst wenn Situationen extrem brenzlig werden. „Somebody’s praying“ (Jemand betet für mich) handelt davon, dass andere uns mit ihren Gebeten begleiten und um Gottes Schutz bitten. Dass diese Gebete nicht nur bis zur Decke steigen, kann der Umbetete sehr deutlich spüren und dadurch seinen Lebensweg zuversichtlich gehen.
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